Wie anfangen? 2


Bevor ich mit etwas Neuem oder Unbekanntem anfange, plane ich. Lustvoll informiere ich mich im Netz, bei Kolleginnen und Anderen, die so etwas schon mal gemacht haben, lese Artikel dazu und schaue mir genau an, wie es aussehen könnte.

Dann beginnen die Zweifel, ob ich überhaupt über die technischen oder finanziellen oder zeitlichen Voraussetzungen verfüge, wie es mit den sonstigen Ressourcen aussieht und ob sich der Aufwand überhaupt lohnt. Meistens ist dann ein Zustand erreicht, an dem ich schon ziemlich erschöpft bin und  meine anfängliche Euphorie schon fast verflogen ist. Und der Spaß an der Sache…?

Nachdem dann einige Zeit vergangen ist, beginnt dann meist eine neue Runde: ich frage wieder, lasse mich bestärken, lese jetzt kritischere Artikel dazu, sehe wieder tolle Vorbilder und bin wieder überzeugt.

So kann es noch ein paar Mal hin und her gehen, bis endlich etwas sichtbares geschieht (oder auch ein Projekt stecken bleibt).

Sicher ist es gut und ressourcenschonend, nicht immer gleich alles rauszuhauen, seien es Meinungen, Vorhaben oder Aktionen. Erst einmal drüber schlafen, war der gute Rat meiner Großmuter früher. Aber immer so abwartend? Wo bleibt da die Spontaneität? Muss man nicht auch einfach mal anfangen und dann weiter sehen?

Inzwischen weiß ich, dass hinter diesem Mäandern eine Suche nach Perfektion steht. Gerade hochsensible oder hochbegabte Menschen neigen dazu alles perfekt machen zu wollen. Der genaue Zusammenhang ist nicht eindeutig, ich begegne diesem Phänomen aber immer wieder und gehäuft in meinen beruflichen (und privaten) Zusammenhängen. Viele haben davon schon berichtet und geschrieben. Aber warum der Perfektionismus?  Ist es, weil wir wissen wie es richtig gut geht und es „da drunter“ nicht machen wollen? Sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und haben den Einstieg verpasst? Wollen wir keine „Fehler“ machen, passt das nicht in unser Selbstbild?

So oder so, manchmal ist es auch befreiend, einfach anzufangen. So wie ich heute mit diesem Blog (nicht dass er keinen längeren Vorlauf hatte 😉 ). Den letzten Anstoss dazu gab mir ein wunderbares Video, in dem zwei echt norddeutsche Typen sich zusammen getan haben um ein Terrarium zu bauen: Dittsche und Fynn Kliemann, beide auf ihre Art herrlich chaotisch! Fachsimpeln, krachend scheitern und weitermachen, so kann’s gehen. Na bidde …

Dittsche und Fynn Kliemann bauen ein Terrarium

Und wie ist bei euch mit dem Anfangen?


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2 Gedanken zu “Wie anfangen?

  • Johanna Ringe

    Liebe Susanne,
    willkommen in der Blogosphäre! Wie schön!

    Das ist alles so vertraut: die Begeisterung, das Zögern, der Perfektionismus und auch das „endlich mal einfach raushauen“… so isses.

    Freu mich auf mehr, meine Liebe… 🙂
    Toi toi toi,
    Johanna